Artikel: Kann man durch Masturbation sterben?

Kann man durch Masturbation sterben?
Kann man durch Masturbation sterben? Auf den ersten Blick klingt das ziemlich absurd. Schließlich ist Selbstbefriedigung für die meisten Menschen eine ganz normale und sichere Form sexueller Aktivität. Aber was ist dran an den Geschichten, die man dazu im Internet findet? Sind tatsächlich schon Menschen beim Masturbieren gestorben?
In diesem Artikel schauen wir uns einige Fälle an, über die in den Medien berichtet wurde, und gehen der Frage nach, was wirklich hinter ihnen steckt.
Inhalt
Berichtete Todesfälle durch Masturbation

Wer im Internet nach „Tod durch Masturbation“ oder ähnlichen Begriffen sucht, stößt schnell auf immer wieder dieselben Geschichten.
So wurde beispielsweise über einen Teenager in Portland, Oregon, berichtet, der angeblich 56-mal hintereinander masturbiert haben soll, bevor er an einem Herzinfarkt starb. Eine ähnliche Geschichte stammt aus Brasilien: Dort soll ein 16-Jähriger gestorben sein, nachdem er 42-mal ohne Pause masturbiert hatte. Außerdem gab es einen Bericht über eine 30-jährige Frau aus England, die angeblich nach einem Orgasmus an einer Herzrhythmusstörung verstorben sein soll.
Bei genauerem Hinsehen zeigt sich allerdings, dass die ursprünglichen Quellen dieser Berichte nicht mehr unbedingt existieren oder die ursprünglichen Geschichten zumindest nicht mehr als Direktquelle im Internet zu finden sind.
Außerdem bedeutet ein Todesfall während oder nach der Masturbation nicht automatisch, dass Masturbation selbst die Ursache war. Auch andere gesundheitliche Faktoren oder bislang unerkannte Vorerkrankungen können eine Rolle spielen. Deshalb sollten solche Geschichten mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden, schließlich könnte es sich durchaus um „Fake News“ handeln.
Der Schlaganfall beim Selbstvergnügen

Ein anderer, deutlich besser dokumentierter Fall stammt aus Japan. Hier erlitt ein Mann während des Masturbierens einen Schlaganfall. Er wurde mit starken Kopfschmerzen und Erbrechen ins Krankenhaus eingeliefert. Die Untersuchungen ergaben eine Subarachnoidalblutung, also eine Hirnblutung, die durch ein gerissenes Aneurysma verursacht wurde. Nach einigen Wochen konnte er jedoch das Krankenhaus glücklicherweise wieder verlassen.
Der Fall selbst scheint gut dokumentiert zu sein. Trotzdem lässt sich daraus nicht ableiten, dass die Masturbation die eigentliche Ursache des Schlaganfalls war. Unklar ist beispielsweise, ob andere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Ernährung oder eine genetische Veranlagung eine Rolle gespielt haben könnten.
Sexuelle Aktivität kann – ähnlich wie andere körperlich anstrengende Aktivitäten – vorübergehend den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen. Wenn eine Person ein unerkanntes gesundheitliches Risiko hat, könnte eine solche Belastung möglicherweise ein Ereignis auslösen. Das bedeutet jedoch nicht, dass Masturbation an sich gefährlich ist oder einen Schlaganfall verursacht.
Autoerotische Asphyxiation (gefährliche Atemspiele)

Es gibt allerdings eine sexuelle Praktik, bei der es tatsächlich immer wieder zu schweren Verletzungen und Todesfällen gekommen ist: die erotische Asphyxiation, auch als Atemkontrollspiel bezeichnet. Dabei wird die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn bewusst eingeschränkt, um die sexuelle Erregung zu steigern. Wird dies alleine praktiziert, spricht man von autoerotischer Asphyxiation.
Sauerstoffmangel kann zu Bewusstlosigkeit, dauerhaften Hirnschäden und im schlimmsten Fall zum Tod führen. Die Praktik wird teilweise im Zusammenhang mit Bondage und BDSM erwähnt und kann mit erheblichen Risiken verbunden sein. Menschen, die sie allein ausprobieren, können im Notfall nicht rechtzeitig reagieren oder Hilfe holen. Es gibt dokumentierte Fälle, in denen Personen bewusstlos oder tot aufgefunden wurden, darunter auch der Fall des Schauspielers David Carradine, der tot in einem Hotelzimmer in Thailand gefunden wurde.
Wichtig ist deshalb: Eine Einschränkung der Sauerstoffzufuhr ist keine harmlose Ergänzung zur Masturbation. Sie kann jederzeit zu einem medizinischen Notfall führen und ist insbesondere bei alleiniger Anwendung extrem riskant.
Die positiven Seiten der Masturbation

Zum Glück gibt es weitaus angenehmere Dinge, über die man beim Thema Masturbation sprechen kann. Sichere Selbstbefriedigung kann viele positive Effekte haben, wie wir bereits in früheren Artikeln beschrieben haben.
Masturbation kann beispielsweise dabei helfen, Stress abzubauen und besser zu schlafen. Sie kann außerdem eine gute Möglichkeit sein, den eigenen Körper und die eigenen Vorlieben besser kennenzulernen. Wie in unseren anderen Artikeln beschrieben, kann sie auch das Sexleben mit einem Partner bereichern und für mehr Abwechslung sorgen. Selbstbefriedigung muss also keineswegs nur etwas sein, das man allein genießt, sie kann auch neuen Schwung in das Liebesleben bringen.
Der wichtigste Punkt ist dabei: Masturbation ist in der Regel eine sichere und gesunde Form sexueller Aktivität. Entscheidend ist, dass du auf deinen Körper hörst und auf Praktiken verzichtest, die dich unnötig in Gefahr bringen.
Die eigentliche Ursache (Zusammenfassung)

Bei TENGA setzen wir uns dafür ein, Glück zu schaffen, indem wir das Sexleben von Menschen auf der ganzen Welt bereichern. Unsere Mission ist es, Sexualität ganz selbstverständlich in den Alltag zu integrieren und Menschen dabei zu unterstützen, sie auf ihre eigene Weise zu genießen.
Genauso wichtig ist uns aber, dass Sexualität sicher bleibt. Körperliche, mentale oder emotionale Selbstverletzung ist niemals notwendig, um Masturbation zu genießen. Deshalb möchten wir nicht nur über die positiven Seiten der Selbstbefriedigung sprechen, sondern auch auf mögliche Risiken aufmerksam machen.
Und noch etwas sollte man beim Lesen von Meldungen im Internet im Hinterkopf behalten: Nur weil etwas online veröffentlicht wurde, muss es noch lange nicht stimmen. Auch professionell aussehende Websites sind keine Garantie für verlässliche Informationen. Wenn du auf eine überraschende oder extreme Geschichte stößt, lohnt es sich, die ursprüngliche Quelle zu überprüfen und nach weiteren seriösen Berichten zu suchen.
Was lässt sich also festhalten?
Die verfügbaren Berichte liefern keinen Grund zu der Annahme, dass Masturbation an sich eine lebensgefährliche Aktivität ist. Bei einzelnen Fällen können gesundheitliche Vorerkrankungen oder andere Umstände eine Rolle spielen. Besonders wichtig ist jedoch, zwischen Masturbation selbst und riskanten Praktiken wie der autoerotischen Asphyxiation zu unterscheiden. Bewusster Sauerstoffentzug kann zu Hirnschäden, Koma oder Tod führen und ist daher mit erheblichen Risiken verbunden.
Es gibt so viele sichere Möglichkeiten, Selbstbefriedigung zu genießen und dabei den eigenen Körper besser kennenzulernen. Wir hoffen, dass du deine Sexualität weiterhin neugierig, entspannt und vor allem sicher erkundest.
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